Seemonster aus der Tiefsee
Manche Seeungeheuer gibt es wirklich! Und einige werden auch immer mal wieder an den Strand gespült, sogar an den der Ostsee!

„Am Wasser lag ein großes Ding“, so Entdecker Kurt Ove Eriksson der Zeitung „Svenska Dagbladet“. „Wir dachten erst, es sei ein großes Stück Plastik gewesen. Dann aber haben wir ein Auge gesehen.“ Erst dann sei er zum Strand hinuntergestiegen und habe diesen „außergewöhnlich langen Fisch“ gefunden. An einem Wochenende im Mai 2010 fand Eriksson den als längsten Knochenfisch der Welt geltenden Riemenfisch am Strand des Dorfs Bovallstrand, zwischen Göteborg und der norwegischen Grenze.
Das Exemplar an der schwedischen Ostseeküste maß drei Meter – wahrscheinlich ein Jungtier! Richtig, denn ausgewachsene Tiere der Art Regalecus glesne, wie der Riemenfisch wissenschaftlich genannt wird, können bis zu zwölf Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden!
Zahnloses Ungeheuer
Die Ostsee gilt nicht als Verbreitungsgebiet des Riesenfisches, er lebt eigentlich in tropischen und gemäßigten Meeren. Aufgrund seines Aussehens und seiner Größe diente der bandförmige Fisch vielen Seefahrer-Mythen, Gruselgeschichten und Fabelwesen als Vorlage, und das obwohl er ein klassischer Tiefseebewohner ist und die oberflächennahen Meeresregionen scheut. Sein Maul ist zahnlos und man nimmt an, dass er sich von Plankton ernährt. Lebende Exemplare wurden bislang nur selten gefunden. Aber Forschern gelang es 2008 im Golf von Mexiko, ein ausgewachsenes Exemplar in 1500 Metern Tiefe zu filmen. Dieses Video ist bislang der einzige lebendige Nachweis über diese mystischen Fabelwesen.
Auf den Filmaufnahmen ist der zusammengedrückte, bandförmige Körper gut zu erkennen. Seine Bauchflossen bestehen aus einem einzigen, stark verlängerten Flossenstrahl, der sich wellenförmig bewegt. Die ersten Strahlen der Rückenflosse wiederum sind stark verlängert und sitzen wie eine Krone zwischen den Augen. Riemenfischen fehlt die Schwimmblase, ein typisches Merkmal von Tiefsee-Fischen. Den an Schwedens Küste angespülten Riemenfisch kann man übrigens bewundern: Er wird im Meeresmuseum der Stadt Lysekil ausgestellt.
In der aktuellen Winterausgabe 2012 von Warum! erzählen wir euch mehr von wahren und unwahren Seemannsgarn-Geschichten.
Weitere Artikel
Materialien zum Buch "Unser Jahr in der Natur"

Warum ein ergonomischer Schulranzen die Rückengesundheit von Kindern schützt

Vögel füttern rund ums Jahr

Shop
Auch interessant
Warum ein ergonomischer Schulranzen die Rückengesundheit von Kindern schützt

Materialien zum Buch "Unser Jahr in der Natur"

Vögel füttern rund ums Jahr

Nisthilfen für Insekten selbst bauen

Muttis Mythos: Was nicht tötet, härtet ab
